Sind Kinder von Grund auf gut?

  • Ich will hier mal ein interessantes Thema aufgreifen, das mich interessiert, und über das es ja verschiedene Ansichten gibt.


    Es gibt ja diese Theorie, daß Kinder von Geburt an absolut gut (also quasi "lieb", gerecht, edel und so weiter) wären, und daß sie erst später durch Erziehung oder was auch immer zu bösen, schlechten Menschen gemacht werden. Da würde ich jetzt schon mal gerne wissen, worauf sich diese Theorie stützt?


    Das würde ja implizieren, daß es eine Art Gott gibt, der Neugeborenen eine Art reinen und absolut hochstehenden Verhaltenskodex eingepflanzt hat, oder wo kommt das dann her, daß Neugeborene wissen, was gut ist und was schlecht ist?


    Kinder sind das genaue Gegenteil, die wissen nichts von gut und böse, die machen nur das, was ihnen zum Vorteil gereicht, also die nehmen sich im Sandkasten das größte Eimerchen, die nehmen sich im Kindergarten das schönste Spielzeug, und so weiter.


    Erst durch die Erziehung wird ihnen dann später beigebracht, was gut ist und was schlecht ist. Jedenfalls war es früher so, heute wird ihnen gar nichts mehr beigebracht...

  • Ich denke, prinzipiell sind Babys erst einmal weder gut noch böse - sie handeln nach ihren Bedürfnissen. Im Normalfall sind sie "gut", da sie auch die Liebe der Eltern erfahren und zurücklächeln und damit erkennen, was gut und schön ist. Ich glaube, durch die Erziehung werden sie entscheidend geprägt. In meinem Verwandtenkreis gibt es z.b. ein Baby, dass eine übermäßige Aufmerksamkeit erhält und das Kind entwickelt dadurch seltsame Reaktionen - wenn es nicht den Willen durchsetzt, schreit es, es soll wohl sogar blau anlaufen.
    Aber "gut und böse" unterscheiden lernt es erst später. Und man hofft ja auch, dass die Eltern darauf achten. Bei manchen Kindern und Jugendlichen muss aber leider daran zweifeln. Vielen ist überhaupt nicht klar, dass sie etwas Unrechtes tun. Da ist noch Nachholebedarf bei manch einer Familie.

  • Zitat von Tom - Kurtis

    (..)Es gibt ja diese Theorie, daß Kinder von Geburt an absolut gut (also quasi "lieb", gerecht, edel und so weiter) wären, und daß sie erst später durch Erziehung oder was auch immer zu bösen, schlechten Menschen gemacht werden. Da würde ich jetzt schon mal gerne wissen, worauf sich diese Theorie stützt?(..)

    Wer hat denn diese blödsinnige Theorie "erfunden" :mrgreen: ? Wobei ich mindestens einen sogenannten Erwachsenen kenne, der meint, dass Kinder von Kindesbeinen an, also auch schon als Baby absolut berechnende Wesen sind, die ganz genau wissen was sie wollen, wie sie es kriegen, "Erwachsene" gegeneinander ausspielen usw.usf.


    Die Theorie, die Du beschrieben hast, gibt es so grundsätzlich überhaupt nicht.


    Ich kann sinngemäß, mit meinen eigenen Worten aufgreifen, was Kebikus dazu geschrieben hat.


    Babys, also Neugeborene, Kleinstkinder sind quasi unschuldig, und zwar nicht etwa im gerichtlichen Sinne "schuldig oder nicht schuldig".
    Das bedeutet in diesem Sinne, dass sie schlicht noch überhaupt nichts wissen, auch nichts denken, sondern überleben wollen und, ob sie es nun wollen oder nicht (wobei sie auch das nicht in der Lage sind zu wählen) auf Erwachsene, meist ja ihre Eltern angewiesen sind.
    Es gibt kein, nicht ein einziges Baby, welches "bösartig" ist, es tut nur weiter nichts als auf sich aufmerksam machen, und zwar ohne irgend etwas dahinter, was wir "Erwachsene" als Hintergedanken o. ä. auszulegen haben, sie machen es instinktiv.


    Und in den ersten bis zu 5, 6 Jahren werden Kinder durch das geprägt, was ihnen direkt, meist auch von den Eltern, aber auch nächsten Verwandten, auch Nachbarn vorgelebt wird, durch nichts anderes.


    Sogenannte Erwachsene, die "die Schuld" daran, dass ein Kind möglicherweise schon frühzeitig "aus dem Ruder läuft", überall anderswo, nur nicht bei sich selber suchen, gibt's wie Sand am Meer und gehören m. E. allesamt auf die Psychiater-Couch.

    "Geht nicht" gibt's nicht..."Gibt's nicht" geht auch nicht immer...
    Wer will, findet Wege, wer nicht will, sucht Gründe...und der Mensch ist Weltmeister im Erfinden von Gründen :mrgreen:

    Wenn die Klügeren immer nachgeben, haben am Ende nur noch die Dummen das Sagen:gruebel: